
Das Wichtigste in Kürze
- Die Altstadt von Werder liegt auf einer Insel in der Havel. Daher kommt auch der Name: „Werder“ heißt Insel im Fluss.
- Werder wird in einer Urkunde des Markgrafen Waldemar vom 5. April 1317 genannt.
- Die Heilig-Geist-Kirche (1856–1858, Entwurf August Stüler) und die Bockwindmühle auf dem Mühlenberg prägen die Silhouette. Die Mühle hat sonntags bis 15. Oktober von 13 bis 17 Uhr geöffnet.
Wer von Potsdam kommend über die Havel nach Werder fährt, sieht zuerst die Silhouette: ein spitzer Kirchturm, eine Windmühle, alte Häuser direkt am Wasser. Das ist die Inselstadt, der historische Kern von Werder (Havel). In unserer Reihe „Ort der Woche“ stellen wir jeden Sonntag einen Ort aus Berlin und Brandenburg vor. Nach Glindow bleiben wir diesmal in Werder und gehen auf die Insel.
Eine Stadt auf der Insel
Die Kernstadt von Werder liegt auf einer Insel in der Havel, die hier zwischen 700 und 1.400 Meter breit ist. Der Stadtname beschreibt genau das: „Werder“ bedeutet, ähnlich wie Werth oder Wörth, Insel im Fluss. Zu Land erreicht man die Inselstadt nur über die mehrfach erneuerte Brücke über die Föhse, den schmalen westlichen Havelarm. Kleine Gassen und alte Fischerhäuser prägen das Bild; die Gegend um die Fischerstraße gilt als die alte Fischersiedlung, der Kietz (Wikipedia: Werder (Havel)).

Seit 1317 in den Urkunden
Werder wird in einer Urkunde des Markgrafen Waldemar von Brandenburg vom 5. April 1317 genannt, damals vermutlich schon mit einer hölzernen Brücke. Im August desselben Jahres ging das Städtchen an das Zisterzienserkloster Lehnin. Schon die Mönche aus Lehnin betrieben hier Obstbau, und der hat die Stadt bis heute geprägt: Werder ist das Zentrum des havelländischen Obstanbaus, und das Baumblütenfest im Frühjahr gehört zu den bekanntesten Volksfesten im Land.
Die Heilig-Geist-Kirche
Der spitze Turm der Heilig-Geist-Kirche ist das Wahrzeichen der Insel. Die heutige Kirche entstand von 1856 bis 1858 im neugotischen Stil nach Entwürfen von August Stüler. Vom Vorgängerbau aus dem Jahr 1734 blieb der untere Teil des Turms erhalten, der dabei auf 45 Meter erhöht wurde. Schon die Kirche von 1734 stand auf dem Feldsteinsockel eines noch älteren Baus, vermutlich aus dem 13. Jahrhundert.

Eine Mühle mit Umzugsgeschichte
Auf der Insel standen einst drei Bockwindmühlen, die letzte mahlte bis 1949. Im Dezember 1973 brannte sie ab, und der Mühlenberg hatte sein Wahrzeichen verloren. Engagierte Bürger fanden 1985 im Ort Klossa bei Jessen eine baugleiche Bockwindmühle und kauften sie für 6.000 DDR-Mark. Sie wurde zerlegt, nach Werder gebracht und ab 1987 wieder aufgebaut. 1991 wurde die Mühle eingeweiht, beim ersten Mühlenfest 1993 drehten sich ihre Flügel zum ersten Mal wieder. Die alten Mahlsteine der abgebrannten Mühle liegen heute am Hang des Mühlenbergs (Stadt Werder (Havel)).

Ausflugstipp für Sonntag: die Mühle von innen
Noch bis zum 15. Oktober ist die Bockwindmühle geöffnet. Im Inneren sieht man, wie früher aus Korn Mehl wurde. Danach lohnt ein Spaziergang über die Insel und an der Havel entlang.
| Bockwindmühle Werder (Havel) | Öffnungszeiten Sommersaison (15.04.–15.10.) |
|---|---|
| Freitag | 11–16 Uhr |
| Samstag und Sonntag | 13–17 Uhr |
Adresse: Auf dem Mühlenberg, 14542 Werder (Havel). Stand: Oktober 2026, laut Stadt Werder (Havel). Bitte vor dem Besuch prüfen.

Wohnen auf der Inselstadt
Wer auf der Insel wohnt, hat Wasser und Altstadt vor der Tür. Das Angebot ist knapp, viele Häuser sind alt und eher klein, und bei älteren Gebäuden kann auch der Denkmalschutz eine Rolle spielen. Für den Wert einer Immobilie hier zählen deshalb Details: Wasserlage, Zustand, Grundstück und die Frage, was am Gebäude verändert werden darf. Aktuelle Zahlen des Gutachterausschusses für Werder (Havel) haben wir auf unserer Seite Immobilie verkaufen in Werder (Havel) zusammengestellt.
Häufige Fragen zur Inselstadt Werder
Was bedeutet der Name Werder?
„Werder“ bedeutet, ähnlich wie Werth oder Wörth, Insel im Fluss. Der Name beschreibt die Lage der Altstadt auf einer Insel in der Havel.
Wie kommt man auf die Inselstadt?
Zu Land ist die Inselstadt nur über die Brücke über die Föhse erreichbar, den schmalen westlichen Havelarm.
Wann hat die Bockwindmühle in Werder geöffnet?
In der Sommersaison vom 15. April bis 15. Oktober freitags von 11 bis 16 Uhr sowie samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr. Im Winter ist die Mühle geschlossen (Stand Oktober 2026, laut Stadt Werder).
Wie alt ist die Heilig-Geist-Kirche?
Die heutige Kirche entstand 1856 bis 1858 im neugotischen Stil nach Entwürfen von August Stüler. Der untere Teil des Turms stammt vom Vorgängerbau, der Turm wurde auf 45 Meter erhöht.
Was ist eine Immobilie auf der Inselstadt wert?
Das hängt von Lage, Wassernähe, Wohnfläche, Baujahr und Zustand ab, bei älteren Häusern auch von möglichen Auflagen des Denkmalschutzes. Eine erste Preisspanne erhalten Sie kostenlos mit unserer Online-Preisschätzung. Marktzahlen für Werder (Havel) finden Sie auf unserer Seite zum Immobilienverkauf in Werder.
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Weitere Ratgeber für Eigentümer: Alle Artikel im Überblick
- Wikipedia: Werder (Havel) – Lage auf einer Havelinsel, Bedeutung des Namens, Urkunde vom 5. April 1317, Kloster Lehnin, Brücke über die Föhse, Heilig-Geist-Kirche (1734, Neubau 1856–1858 nach Entwürfen von August Stüler, Turm 45 m), Obstbau und Baumblütenfest (abgerufen 01.10.2026).
- Stadt Werder (Havel): Bockwindmühle auf dem Mühlenberg – Geschichte und Öffnungszeiten (abgerufen 01.10.2026).
- Fotos: Yoursmile, Wikimedia Commons, gemeinfrei (CC0): Inselstadt 1, Inselstadt 3, Heilig-Geist-Kirche 1, Inselmühle 2, Inselmühle 9.
Verfasst von Vermögensritter Immobilien, Marktstr. 1, 14542 Werder (Havel). Reihe „Ort der Woche“: jeden Sonntag ein Ort aus Berlin und Brandenburg.