
Das Wichtigste in Kürze
- Glindow ist seit 2001 ein Ortsteil von Werder (Havel) und wurde 1317 erstmals erwähnt.
- Über Jahrhunderte war Glindow ein Zentrum der Ziegelindustrie: Zeitweise brannten rund 18 Ziegeleien die gelben Klinker, die man in der ganzen Mark Brandenburg sieht.
- Aus dem Abraum der Tongruben entstanden die Glindower Alpen, heute Naturschutzgebiet. Der Glindower See ist über den um 1701 angelegten Strenggraben mit der Havel verbunden.
Wer durch Brandenburg fährt, sieht sie überall: Häuser, Kirchen und Bahnhöfe aus gelben Klinkern. Viele dieser Steine kommen aus Glindow, einem Ortsteil von Werder (Havel) am Glindower See. Das Dorf hat seine Ziegelgeschichte nicht versteckt, sondern sie in die Landschaft eingeschrieben: als Hügel, die „Alpen“ heißen, als Museum mit einem historischen Ringofen und als Seeufer, an dem heute Obstplantagen statt Tongruben liegen. In unserer Reihe „Ort der Woche“ stellen wir jeden Sonntag einen Ort aus Berlin und Brandenburg vor. Diesmal Glindow.
Das Dorf der gelben Ziegel
Glindow wurde 1317 erstmals urkundlich erwähnt. Schon seit dem Mittelalter wurde hier Ton abgebaut und zu Ziegeln gebrannt. In der Blütezeit arbeiteten im Ort rund 18 Ziegeleien mit etwa 50 Ringöfen. Die gelben Klinker waren typisch für die Mark Brandenburg und ließen sich günstig über das Wasser in die wachsenden Städte bringen. Ab 1906 waren die Tonvorräte erschöpft, die großen Zeiten der Ziegelindustrie gingen zu Ende (Wikipedia: Glindow).

Am 31. Dezember 2001 wurde Glindow nach Werder (Havel) eingemeindet. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Ort knapp 4.000 Einwohner.
Die Glindower Alpen: Berge aus Abraum
Wo über Jahrhunderte Ton gegraben wurde, blieb Abraum zurück. Aus diesen Halden sind die Glindower Alpen entstanden, ein für Brandenburg erstaunlich steiles, bewaldetes Hügelgebiet. Heute stehen sie unter Naturschutz. Wer die Wege geht, merkt schnell, woher der Name kommt: Es geht deutlich bergauf und bergab, festes Schuhwerk lohnt sich.

Der Glindower See und der Obstbau
Der Glindower See ist über den Strenggraben mit der Havel verbunden. Diese künstliche Wasserstraße entstand um 1701. Rund um den See prägt heute der Obstbau die Landschaft, wie überall im Werderaner Obstanbaugebiet. Zwischen Uferwiesen und Plantagen wirkt Glindow ruhiger als die Werderaner Inselstadt, liegt aber nur wenige Kilometer davon entfernt.

Ausflugstipp: Das Märkische Ziegeleimuseum
Wie aus Ton ein Ziegel wird, zeigt das Märkische Ziegeleimuseum Glindow. Im Museumsturm gibt es eine Ausstellung, bei der Führung geht es in einen historischen Hoffmannschen Ringofen. Geöffnet ist von April bis Oktober an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 11 bis 16 Uhr, die letzte Führung beginnt um 15 Uhr (Förderverein Historische Ziegelei Glindow).
| Ticket | Erwachsene | Kinder unter 13 |
|---|---|---|
| Ausstellung im Museumsturm und Ringofen-Führung | 8 € | 6 € |
| Nur Ausstellung im Museumsturm | 4 € | 3 € |
Stand: September 2026, laut Förderverein Historische Ziegelei Glindow e.V. Bitte vor dem Besuch auf der Website prüfen.

Wohnen in Glindow
Glindow verbindet Seelage, Wald und Obstwiesen mit der Nähe zu Werder und Potsdam. Wer hier eine Immobilie besitzt und über einen Verkauf nachdenkt, sollte die Lage im Ort genau betrachten: Wassernähe, Grundstücksgröße und der Energiezustand des Hauses machen im Werderaner Markt große Preisunterschiede aus. Aktuelle Zahlen des Gutachterausschusses für Werder (Havel) und seine Ortsteile haben wir auf unserer Seite Immobilie verkaufen in Werder (Havel) zusammengestellt.
Häufige Fragen zu Glindow
Wo liegt Glindow?
Glindow ist ein Ortsteil von Werder (Havel) im Landkreis Potsdam-Mittelmark, südwestlich von Potsdam am Glindower See. Seit dem 31. Dezember 2001 gehört der Ort zur Stadt Werder.
Was sind die Glindower Alpen?
Ein hügeliges Waldgebiet, das aus dem Abraum der früheren Tongruben entstanden ist. Heute ist es ein Naturschutzgebiet mit steilen Wegen durch den Wald.
Wann hat das Ziegeleimuseum in Glindow geöffnet?
Das Märkische Ziegeleimuseum öffnet von April bis Oktober samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 16 Uhr. Die letzte Führung beginnt um 15 Uhr. Der Eintritt mit Ringofen-Führung kostet 8 Euro für Erwachsene und 6 Euro für Kinder unter 13 Jahren (Stand September 2026).
Warum sind so viele Häuser in Brandenburg aus gelben Ziegeln?
Weil Orte wie Glindow über Jahrhunderte große Mengen gelber Klinker gebrannt haben, die sich günstig über die Havel in die Städte bringen ließen. Zeitweise arbeiteten in Glindow rund 18 Ziegeleien mit etwa 50 Ringöfen.
Was ist eine Immobilie in Glindow wert?
Das hängt von Lage, Grundstück, Wohnfläche, Baujahr und Zustand ab. Eine erste Preisspanne erhalten Sie kostenlos mit unserer Online-Preisschätzung. Aktuelle Marktzahlen für Werder (Havel) insgesamt finden Sie auf unserer Seite zum Immobilienverkauf in Werder.
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Weitere Ratgeber für Eigentümer: Alle Artikel im Überblick
- Wikipedia: Glindow – Ersterwähnung 1317, Eingemeindung nach Werder (Havel) am 31.12.2001, knapp 4.000 Einwohner zur Zeit der Fusion, rund 18 Ziegeleien mit etwa 50 Ringöfen, Tonvorräte ab 1906 erschöpft, Strenggraben um 1701, Glindower Alpen als Abraumhalde der Tongewinnung (abgerufen 26.09.2026).
- Förderverein Historische Ziegelei Glindow e.V.: Öffnungszeiten und Preise (abgerufen 26.09.2026).
- Fotos: Leonhard Lenz (Glindower See, Glindower Alpen, Obstbau) und Yoursmile (Ziegelei, Museumsturm), Wikimedia Commons, gemeinfrei (CC0).
Verfasst von Vermögensritter Immobilien, Marktstr. 1, 14542 Werder (Havel). Reihe „Ort der Woche“: jeden Sonntag ein Ort aus Berlin und Brandenburg.